An der Generalversammlung vom 23. September 2025 haben unsere Mitglieder die Roadmap 2030 verabschiedet. Dieser Rahmen für gemeinsames Handeln legt Meilensteine fest, die bis 2030 erreicht werden sollen. Im Mittelpunkt der Roadmap steht ein Prozess, der gemeinsames Lernen fördert und die Zusammenarbeit stärkt.
Zum ersten Mal haben sich die verschiedenen Akteure der Schweizer Kaffeebranche auf gemeinsame Ziele geeinigt. Diese Ziele sollen den Akteuren als Orientierung dienen und gleichzeitig die Zusammenarbeit und das gemeinsame Lernen stärken. Die verschiedenen Sektoren der Kaffeeplattform – Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und der öffentliche Sektor – waren aktiv an der Entwicklung der Roadmap beteiligt. Die Umsetzung der Roadmap-Ziele wird im Jahr 2028 überprüft.
Die Ambitionen der Roadmap
Die Roadmap 2030 umreisst sechs gemeinsame Ambitionen, die den Weg zu einer nachhaltigeren Wertschöpfung im Kaffeesektor weisen. Damit bekräftigen die Mitglieder ihr Engagement, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen in der Branche gemeinsam anzugehen. Mit der Roadmap 2030 haben die Mitglieder der Kaffeeplatform die Grundlage für einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung geschaffen.
1. EXISTENZSICHERNDE EINKOMMEN
Bauernfamilien können bestehende Einkommenslücken verringern oder gar schliessen. Kaffeefarmmitarbeitende verdienen mindestens den Mindestlohn, und ihre Löhne steigen in Richtung eines existenzsichernden Lohnes.
Angemessene Einkommen ermöglichen einen angemessenen Lebensstandard und versetzen Landwirte und Arbeitnehmer in die Lage, in nachhaltige Praktiken zu investieren, Widerstandsfähigkeit gegenüber Klima- und Marktrisiken aufzubauen und dazu beizutragen, Probleme wie Kinder- oder Zwangsarbeit zu verhindern – unterstützt durch koordinierte, datengestützte Massnahmen.
2. MENSCHENRECHTE
Menschenrechtsrisiken wie Kinderarbeit und Zwangsarbeit werden durch wirksame Sorgfaltspflichtprozesse angegangen.
Menschenrechtsrisiken stehen oft im Zusammenhang mit Armut, informeller Beschäftigung und mangelhafter Durchsetzung, wobei Frauen und Arbeitsmigrantinnen besonders gefährdet sind. Um diese Risiken anzugehen, sind strengere Sorgfaltspflichten, risikobasierte Präventions- und Abhilfemassnahmen sowie kollektive und transparente Massnahmen zur Bekämpfung der Ursachen erforderlich.
3. ENTWALDUNG
Die Kaffeeproduktion ist frei von Entwaldung, und fördert aktiv die Wiederherstellung degradierter Waldökosysteme und anderer relevanter Ökosysteme.
Entwaldung wird durch Armut, geringe Produktivität, unsichere Landbesitzverhältnisse und den Klimawandel vorangetrieben. Um dieses Problem anzugehen, sind Rückverfolgbarkeit, transparente Berichterstattung und eine inklusive Unterstützung erforderlich, damit Kleinbauern nicht ausgeschlossen werden, sowie eine Zusammenarbeit zum Schutz und zur Wiederherstellung von Ökosystemen.
4. REGENERATIVE LANDWIRTSCHAFT
Regenerative Landwirtschaftspraktiken sind auf Kaffeeplantagen weit verbreitet.
Regenerative Praktiken stärken die Klimaresilienz, die Biodiversität, die Bodengesundheit und den Gewässerschutz, während sie gleichzeitig Emissionen senken und die Kohlenstoffbindung erhöhen. Ihre Umsetzung erfordert flexible, kontextspezifische Ansätze, die durch Daten, Zusammenarbeit und kontinuierliches Lernen gestützt werden
5. KLIMASCHUTZ
Die Kaffeeproduktion strebt im Einklang mit den globalen Klimazielen eine Netto-Null-Emissionsbilanz an.
Die Kaffeebranche ist mit Emissionen in den Bereichen Produktion, Verarbeitung und Transport sowie mit zunehmenden Klimarisiken konfrontiert. Um die Netto-Null zu erreichen, sind sowohl sofortige Massnahmen als auch langfristige Lösungen erforderlich, insbesondere im Hinblick auf Scope-3-Emissionen, unterstützt durch Zusammenarbeit, Daten und eine starke Führungsrolle im Klimaschutz.
6. TRANSPARENZ
Kaffee wird unter Verwendung von Standards und Programmen bezogen, die auf transparente Weise nachhaltige Anbaumethoden gewährleisten.
Transparente Beschaffungssysteme ermöglichen Rückverfolgbarkeit, Risikomanagement und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ihre Wirksamkeit hängt von der Abstimmung mit lokalen Systemen, einer soliden Überwachung sowie der kontinuierlichen Verbesserung durch Zusammenarbeit, Benchmarking und Kapazitätsaufbau ab.





